Zum Inhalt springen

Werdegang

Mein Weg zum Qi Gong

25 Jahre Wirtschaftsanwalt, 15 Jahre Taekwondo, dann ein Buch, ein Urlaub und ein Kurs unter Bäumen – die lange Version einer Geschichte, die selten geradlinig erzählt wird.

Horst-Rainer Rust übt Qi Gong hoch über einem Bergsee, ein Arm über dem Kopf, der andere zur Seite geöffnet
Alt werden und jung bleiben.

Das ist der Satz, der über allem steht, was ich tue. Wie ich dorthin gekommen bin, ist eine Geschichte mit Umwegen – und die Umwege waren das Wichtigste daran.

Bücher, die nicht zur Zeit passten

Mit zwanzig lagen bei mir Bücher auf dem Tisch, die in der DDR nicht zur üblichen Lektüre eines jungen Mannes gehörten: eine Schrift über die Vier Edlen Wahrheiten, den Achtfachen Pfad und die buddhistische Selbstverwirklichung, Hermann Hesse, die Bibel, die Gedichte Friedrich Schillers. Damals hätte ich nicht sagen können, warum mich gerade das anzog. Rückblickend war dort schon die Richtung angelegt.

25 Jahre im Anwaltsberuf

Nach 1990 wurde ich Anwalt. Ein Vierteljahrhundert lang habe ich aus nächster Nähe zugesehen, was Stress und innerer Unfriede zwischen Menschen anrichten – in Familien, in Betrieben, zwischen Geschäftspartnern. Und ich habe etwas gelernt, das nicht in den Lehrbüchern steht: Gerichte und Rechtsstrukturen lösen gesellschaftliche Konflikte nicht nur, sie erzeugen sie oft erst.

Daraus wurde eine Überzeugung, die ich bis heute habe. Gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung gelingt nur, wenn die Menschen mit sich selbst im Reinen sind. Ich stelle mir das wie zwei Stimmgabeln vor: Schlägt man die eine an, beginnt die andere von allein mitzuschwingen, im gleichen Ton. So wirkt innere Harmonie nach außen – und so wirkt auch das Gegenteil.

2015 habe ich aufgehört zu praktizieren. 2018 habe ich die Anwaltszulassung zurückgegeben und mich ganz dem Qi Gong und der Klassischen Chinesischen Medizin zugewandt.

Wie es angefangen hat

Rund dreißig Jahre ist es her. Eine Apothekerin, die zu meinen Mandantinnen gehörte, brachte mich auf ein Buch: „Die 5 Tibeter“. Kurz darauf war ich im Urlaub in Österreich, und im Hotel wurde Qi Gong angeboten. Ein Übungsleiter namens Bernie zeigte mir die ersten Bewegungen. Es öffnete sich eine Welt des Loslassens, die ich bis dahin nicht gekannt hatte.

Danach habe ich die 18 Harmonieübungen jahrelang täglich geübt. Der Rücken, der von der Anwaltstätigkeit und vom vielen Sitzen kam, wurde ruhiger. Der Stress auch.

Der Kurs unter den Bäumen

Knapp ein Jahr später fiel mir eine Zeitschrift in die Hände, in der ein Kurs auf Mallorca angeboten wurde: Qi Gong und Atmen mit Bäumen. Ich habe spontan gebucht. Nach diesem Kurs fühlte ich mich spürbar gelöster – und es hat seither wenig gegeben, was meine Ruhe ernsthaft erschüttert hätte.

Das ist meine eigene Erfahrung, kein Heilversprechen. Was Qi Gong bei anderen bewirkt, entscheidet sich bei jedem selbst.

Schloss Eckberg, 1999

Meine Ausbildung zum Qi-Gong-Lehrer begann ich bei Qingshan Liu. 1999 habe ich mit ihm ein Symposium und einen Kurs auf Schloss Eckberg in Dresden organisiert. Danach kamen Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf mich zu und sagten, ich solle weitermachen – als Lehrer. Das war der Punkt, an dem aus dem Üben ein Unterrichten wurde.

Jahrelang habe ich danach ein Leben geführt, das eigentlich nicht zusammenpasst: tagsüber Anwalt, abends Qi Gong, dazwischen Taekwondo bis zum 1. Dan. Es hat trotzdem funktioniert. Vielleicht gerade deshalb.

Bei wem ich gelernt habe

Was meine Arbeit prägt, ist die Bandbreite. Ich habe bei zehn Lehrerinnen und Lehrern aus neun Traditionen gelernt, und jede Begegnung hat etwas hinterlassen:

  • Qingshan Liu – Authentisches Medizinisches Qi Gong
  • Großmeister Zhi Zhang Li – Daoistisches Qi Gong
  • Lama Fofu – Buddhistisches Diamant- und Fasten-Qi-Gong; er verlieh mir den Namen Dao Zheng
  • Prof. Zhang Guangde – Daoyin Yangsheng Gong
  • Dr. Liu Yafei – Medizinisches Qi Gong
  • Zhen Chi – Spontanes Qi Gong
  • Großmeister Shi Xinggui – Shaolin Qi Gong
  • Dr. Quiduan Li – Medizinisches Qi Gong
  • die Meisterinnen Tianying und Tianping – Tiangong

Dazu kommt Clif Sanderson, bei dem ich Deep Field Relaxation gelernt habe. Anregungen gaben mir außerdem Uwe Eichhorn und Mantak Chia.

Aus diesem Fundament ist kein Nachahmen geworden, sondern ein eigener Zugang. Neun Richtungen, die sich in der Praxis nicht widersprechen, sondern ergänzen.

Weitergeben

Seit 2007 bilde ich selbst aus. In über zwanzig Ausbildungsgängen sind Kursleiterinnen, Kursleiter und Qi-Gong-Therapeuten entstanden, viele davon aus Gesundheits-, Pflege- und therapeutischen Berufen.

Am meisten freut mich, wenn Menschen, die seit fünfzehn, zwanzig, fünfundzwanzig Jahren bei mir üben, erzählen, was sich bei ihnen verändert hat. Das ist der eigentliche Ertrag – nicht die Zahl der Kurse, sondern dass jemand eine Übung, die er vor zwanzig Jahren gelernt hat, immer noch jeden Morgen macht.

Wenn Sie wissen möchten, ob das auch etwas für Sie ist: Was Qi Gong eigentlich ist, steht auf einer eigenen Seite. Und am besten lernt man es ohnehin nicht durch Lesen, sondern indem man einmal mitübt – in Radebeul, Dresden oder bei einem Workshop.

Häufige Fragen

Gut zu wissen

Wie kam Horst-Rainer Rust zum Qi Gong?

Über das Buch „Die 5 Tibeter“, auf das ihn eine Apothekerin brachte, und über einen Urlaub in Österreich, wo ein Übungsleiter namens Bernie ihm die ersten Bewegungen zeigte. Ein Kurs auf Mallorca, bei dem unter Bäumen geübt wurde, machte daraus eine dauerhafte Praxis.

Warum hat er den Anwaltsberuf aufgegeben?

25 Jahre als Wirtschaftsanwalt haben ihn überzeugt, dass Gerichte gesellschaftliche Konflikte oft eher erzeugen als lösen und dass Veränderung bei den Menschen selbst beginnt. 2015 hörte er auf zu praktizieren, 2018 gab er die Zulassung zurück.

Was bedeutet der Name „Dao Zheng“?

Dao Zheng ist der Name, den ihm Lama Fofu verliehen hat. Er begleitet ihn seither in seiner Arbeit – auch als Name seiner Kanäle in den sozialen Netzwerken. Der Name bedeutet "Der Weg zum rechten Dharma".
Das Wort "Dharma" kann als Verwirklichung der persönlichen Lebensaufgabe verstanden werden.

Seit wann bildet er selbst aus?

Seit 2007. In über 20 Ausbildungsgängen hat er Kursleiter und Qi-Gong-Therapeuten ausgebildet, viele davon aus Gesundheits- und therapeutischen Berufen.

Einmal mitüben

Gelesen ist es schnell – gespürt wird es erst in der Gruppe. Kommen Sie zu einer Probestunde – einfach zu einem Wochenkurs, ohne Anmeldung.

Kontakt aufnehmen